Es gibt Spiele, die sind für viele Spielemusikfans auf den ersten Blick erstmal uninteressant. Ego-Shooter mit viel Krachbumm aus dem Westen zum Beispiel. Und Bulletstorm ist ein Ego-Shooter aus dem Westen, dessen Name viel Krachbumm erwarten lässt. Ob dem so ist, sei jetzt hier gar nicht das Thema. Fakt ist: Man hat erstmal kein Interesse. Doch dann veröffentlicht der Entwickler den Soundtrack kostenlos und auf der Interessensskala steigt der Pegel von „Nicht vorhanden“ auf „Temporär etwas“. Es geht sogar auf „Temporär etwas mehr“ hinauf als man in den ID3-Tags den Namen Krzysztof Wierzynkiewicz erblickt. Ja, der Name ist für jemanden ohne Polnisch-Kenntnisse grausam zum Abschreiben, aber der gute Mann hat am Soundtrack von The Witcher 2 mitgearbeitet und der war gewiss nicht schlecht. Also hört man doch mal gespannter hinein…

Und in der Tat bekommt man das, was man auch erwartet, wenn man den Titel des Spiels liest. Treibende Kompositionen, die auch ganz ohne Spiel actiongeladene Bilder im Kopf erzeugen. Doch was ist das? Nach den ersten paar Tracks wird es ruhiger, gemächlicher. „Hat das Spiel Schleichpassagen?“ mag sich der oder andere fragen. Beantworten kann ich das nicht, aber die Musik klingt danach. Es ist Nacht, dementsprechend alles dunkel, nur nicht auffallen. Das ist, was ich mir nun vorstelle. Das ist doch schon mal mehr als ich erwartet habe!

Und noch etwas fällt positiv auf: Es gibt eigentlich kein Stück, dass vor sich hinsiecht, wie ich es nenne. Leise, monotone Melodien ohne ausgeprägte Merkmale bei denen man meinen könnte, die Musik versteckt sich. Als Musterbeispiel nenne ich in diesem Fall immer Crysis, doch bei Bulletstorm ist hieran Fehlanzeige. Es rührt sich immer was. Ob man bei der Verteidigung seines virtuellen Lebens etwas vom Soundtrack mitbekommt, weiß ich nicht, hört man ihn aber alleinstehend, kommt keine Langeweile auf.

Insgesamt kann man sagen, dass Krzysztof Wierzynkiewicz mit seinem Projektpartner Michal Cielecki eine gute Arbeit gelungen ist. Ob ich im Falle des Falles Geld dafür ausgegeben hätte, will ich spontan nicht bejahen, muss ich aber auch nicht, denn es ist ja kostenlos.

Sämtliche 24 Tracks sind getaggt und liegen im MP3-Format bei einer konstanten Bitrate von 320 kbps vor. Das Albumcover ist leider nicht dabei, jedoch aber in den MP3s gespeichert.

Hamu-Sumos Top 3:

  1. The Storm
  2. A Way Through
  3. My Cyborg Components

Den Soundtrack gibt es als ZIP-Datei auf der Community-Seite von Epic Games zum Herunterladen.