Mit dem Norweger Audun Sørlie, seine Freunde dürfen ihn auch Audi nennen, präsentiert VGM Lounge den ersten Interviewpartner, der nicht aus Deutschland stammt. Mit seinem Wissen über die Doujin-Szene konnte er sich schon einen Namen machen und schaffte es vor kurzem auch mit Thomas Böckers Merregnon Studios zusammen zu arbeiten. Das nachfolgende Interview ist eine Übersetzung aus dem Englischen.


VGM Lounge: Hallo Audi! Danke für das Kommen in die VGM Lounge!
Sørlie: Keine Ursache. Es ist recht gemütlich hier.

Um gleich direkt loszulegen, kannst du uns ein wenig darüber erzählen, woher du kommst und wie du zur Spielemusik gekommen bist?
Natürlich. Ich komme aus Norwegen und arbeite als Redakteur für Lokalzeitungen als auch für Zeitschriften aus aller Welt. Mit Spielemusik kam ich in Kontakt als ich damals in den späten 80er Jahren anfing C64 und NES zu spielen. Ich nahm das anfangs nicht so ernst bis ich in Frankreich im Urlaub war und dort in einer Spielhalle Daytona USA entdeckte und ein Exemplar von Best Game Selection.

Wolltest du schon immer Redakteur werden?
Nein, nicht wirklich. Mein Vater ist ein renommierter Autor hier in Norwegen, aber ich selbst besuchte eine Kunstschule in der Hoffnung mal Produkte unterschiedlichster Art designen zu können. Aber als ich dann fertig war, habe ich gemerkt, dass ich Designen hasse (lacht). So kam ich also auf das Schreiben zurück.

War das die Zeit in der du das Reisen anfingst? Mir scheint als hättest du schon in den unterschiedlichsten Orten gelebt?
Es war in etwa zu der Zeit, ja. Ich war jung, naiv und voller dummer Stolz, also entschied ich mich ein anderes Leben zu beginnen und jung herumzureisen. Ich war etwa 19 als ich zum ersten Mal in die Vereinigten Staaten ging und dort dann in Chicago blieb. Von da aus zog ich ins brasilianische Sao Paulo um. Seitdem springe ich hin und her zwischen den USA, Europa und Norwegen.

Kannst du uns ein wenig über deinen Aufenthalt in Brasilien erzählen und wie die Spieleszene dort ist?
Nun ja, zu der Zeit suchte ich große Erfahrungen für mein Leben und wollte andere Kulturen kennenlernen sowie meinen Kopf herausfordern indem ich mich neuen Leuten und neuen Ansichten öffnete. Und das nicht nur durch Bilder und durch Hörensagen. Ich traf ein brasilianisches Mädchen, die gerade in Amerika verweilte als ich ebenfalls dort war und mein Innerstes füllte sich mit Luft und Liebe, also blieb ich da (lacht). Es war auf alle Fälle eine große Herausforderung. In Bezug auf die Kultur war ich richtig anders als sie, aber als ein menschliches Wesen lernte ich viel über Geduld, Vergeben und Mitgefühl. Brasilianer sind ziemlich kompliziert und sehr feinfühlig, aber das half mir mich lebhaft auszudrücken ebenso wie ich ein erhöhtes Gespür dafür bekam andere Leute mitsamt ihrer Kultur und ihren Gefühlen besser zu verstehen.
Die Spieleszene dort ist deutlich anders als woanders. Aufgrund der hohen Einfuhrgebühren ist das Raubkopieren gang und gäbe. Doch das ermöglichte dort auch das Etablieren einiger einzigartiger Konsolen. SEGA nutzte das und erlaubte es Firmen innerhalb der Grenze Brasiliens Master System- und Genesis-Konsolen zu produzieren. Dadurch sind diese immer noch sehr stark vertreten und werden in Supermärkten verkauft. In kleinen Läden entlang der Straßen findet man ganze Wände mit SEGA-Spielen, ganz gleich ob offiziell oder inoffiziell. Häufig sind es gehackte Fußballspiele, um die Kader der Vereine aktuell zu halten. Ebenfalls vertreten sind viele Hacks mit Mônica, einer Kindercomicfigur dort. Um ehrlich zu sein waren die Wände des Parks gegenüber meines Apartments voll mit Mônica-Zeichnungen. Einige Einkaufscenter in Liberdade haben ganze Stockwerke mit raubkopierten Videospielen, die offen rumliegen.

Und mögen die Brasilianer auch Spielemusik?
Absolut. Videospiele sind dort unglaublich beliebt und vor allem Musik aus Sega-Spielen ist weit verbreitet. Es ist für Schulkinder total normal, dass ihre Garagenbands Spielemusik spielen, die von MegaDriver, usw. inspiriert sind. Ich glaube auch, dass Video Games Live schon ein- oder zweimal dorthin gereist sind, weil es ein großer Markt für sie ist. Die oben bereits erwähnten Spieleläden haben im Übrigen auch ein breites Angebot an Bootleg-Soundtrackalben.

Ab wann hast du angefangen zu schreiben? Während deiner Zeit in Brasilien?
Mehr oder weniger, ja. Gefühlstechnisch war man als Ausländer sehr isoliert, da man auch so weit weg von zuhause war, dabei wollte ich irgendwie mit jemandem reden. Ich war schon immer ein guter Redner und ich rede auch gerne zu viel, wie du vielleicht gerade merkst (lacht). Rasend schnell habe ich so viele Erfahrungen gesammelt und so viel erlebt, dass ich einfach nur Geschichten erzählen wollte, also begann ich kleinere Dinge zu schreiben in der Hoffnung sie würden in Zeitschriften und Zeitungen erscheinen, was natürlich erstmal nicht passierte. Aber letztendlich fing ich an über Spiele, genauer gesagt Spielemusik, zu schreiben und ich war zu der Zeit einer der wenigen außerhalb Japans, der über Doujin-Musik Bescheid wusste. Das kam so gut an, dass ich den VGMdb-Podcast anfing, der viel Lob fand und ich wegen meines humorösen, aber auch passionierten Stils erwähnt wurde. Daneben begann ich auch für lokale Zeitungen und Magazine zu arbeiten. Seitdem bin ich ein Teil der Buchwelt und erledigte auch schon publizistische Arbeiten.

Kurz nachdem du angefangen hattest zu schreiben, hast du Köln und das Konzert Symphonic Shades besucht. Erzähle uns ein bisschen über deine Erfahrungen dort.
Das war einer der wunderbarsten Momente in meinem gesamten Leben, dass ich der Veranstaltung beiwohnen konnte. Herr Hülsbeck war seit jeher einer meiner Favoriten. Ich kann mich noch erinnern, wie ich mit 4 Jahren Turrican auf dem Amiga im dunklen Haus meiner Nachbarn gespielt habe, in der Hoffnung sie küsst mich, wenn ich das Spiel durchschaffe. Ich traf Herr Hülsbeck bereits vor etwa einem Jahr in Stockholm. Als ich in der Vorhalle entlang lief und er mich sah, sagte er: „Was?! Warum bist du hier, bist du wirklich so weit gereist?!“ Ich werde nie vergessen wie großartig das Konzert war. Ich hatte die ganze Nacht Tränen in den Augen. Ich traf Herrn Hülsbeck wenige Jahre später in Los Angeles und von dem Moment an, als wir über Shades sprachen, wurde er eindeutig emotional. Es war ein großer Moment in seinem Leben und er hat ihn sich verdient.

In Köln hast du auch Thomas Böcker getroffen, richtig?
Um genau zu sein, nein, ich habe ihn dort nicht gesehen. Zu der Zeit kannte mich niemand außer Herr Hülsbeck persönlich. Aber ich konnte Takenobu Mitsuyoshi treffen mit dem ich seitdem regelmäßig rede und befreundet bin. Winfried Fechner [zu der Zeit Orchestermanager beim WDR, Anm.] schickte mir hinterher auch einen Brief und bedankte sich für die weite Reise und die Unterstützung zusammen mit etwas leckerer Schokolade vom WDR.

Und schließlich kamst du für Symphonic Fantasies ein Jahr später wieder.
Da traf ich mich letztendlich mit Herrn Böcker. Wie auch schon Shades war Fantasies eine absolut unglaubliche Erfahrung. Die Musik erschuf Welten, erschuf Stimmen, die direkt dich ansprachen. Niemals zuvor ist mir auch nur annähernd so etwas widerfahren. Damals als Kind spielte ich Secret of Mana mit meinem besten Freund und die Arbeit, die Valtonen für Fantasies tat, war umwerfend. Einfach atemberaubend. Ich war auch sehr angetan von Benyamin Nuss, vor allem als ich ihn später traf und erkannte wie bescheiden er ist, obwohl er einer besten ist bei dem was er macht. Ich erinnere mich wie ich mich beim Höhepunkt von Mana im Konzertsaal umsah und noch nie habe ich so viele gesehen, die ihre Tränen weggewischt haben. Nun ja, bis ich Symphonic Odysseys besucht habe.

Erzähle uns ein wenig über dein Treffen mit dem Team, Herrn Böcker und Herrn Valtonen sowie den Komponisten an dem Tag.
Nun, ich möchte ehrlich sein und sagen, dass ich nicht denke, dass ich den besten Eindruck hinterlassen habe. Ich war ihnen immer noch unbekannt und nicht der Rede wert, da ich nicht für die Webseite arbeitete, die die exklusiven Dinge zu der Zeit bekam. Doch wie auch immer, ich denke nicht wettbewerbsbetont, ich denke allgemein nicht viel (lacht), aber ich glaube, ursprünglich hatte ich das Gefühl ich gehe in Fantasies und bin was ganz großes. Zum Ende des Abends war jeder glücklich mich getroffen zu haben und ich realisierte, dass ich Menschen zum Lachen brachte. Ich hatte keine Motive oder Hintergedanken, ich wollte einfach nur Danke zu jenen sagen, denen ich dies schulde. Die Komponisten zu treffen war spaßig, obwohl ich sie so behandelt habe wie ich jeden behandle, schlicht eine weitere Person mit denen ich herumalbere. Uematsu kam zu mir bevor er ins Bett ging und meinte zu mir, dass ich ihn an diesem Abend sehr zum Lachen brachte und dankte mir. Ich schätze, das ist etwas wert. Allerdings kam er nie vorbei und schlief auf meiner Couch, wie er es mir damals versprach. Ebenfalls traf ich dort Shota Nakama, der heute zu einem meiner besten Freunde zählt und mit dem ich an einigen Projekten arbeite. Herr Valtonen war charmant wie immer und ich konnte Roger Wanamos Knie Hallo sagen, da ich nicht höher reichte.

So kann man also sicher sagen, dass Fantasies dich inspiriert hat?
Weißt du, ich glaube nicht, dass Herr Böcker weiß wie viel ich ihm und seinen Konzerten für meine weitere Karriere und meinen Fortschritt schulde. Kurz nachdem ich von Fantasies wieder daheim war, schnitt ich mir die Haare und begann Musik zu studieren. Der Besuch von Fantasies und das Treffen mit dem Team Merregnon zeigte mir, warum ich das mache, was ich mache, und warum ich es trotz den zahlreichen Deadlines und späten Nächten liebe. Wie ich bereits sagte, ich denke nicht, dass Herr Böcker ursprünglich mit mir etwas anfangen konnte, aber als er meinen Bericht über die Veranstaltung und die darauffolgenden Artikel las, glaube ich, dass er erkannte, welche Gefühle er in seinem Herzen für Fantasies hatte und sie in der Presse so ausgedrückt wurden, wie er es wollte. Ich habe auch den Ruf brutal ehrlich zu sein, demnach denke ich, dass er froh war, dass es nichts außer Lob gab.

Was denkst du über Symphonic Legends, welches ein Jahr später folgte? Es gab ja eher gemischte Meinungen, oder?
Ich glaube es gab einige, denen manche Stücke ein wenig zu experimentell waren. Ich lese nicht wirklich andere Berichte, damit ich unvoreingenommen bleibe – egal, in welcher Richtung. Aber ich erinnere mich, dass der ein oder andere zu mir meinte, dass manche Lieder über die Grenze der Spielemusik hinausgeschossen sind. Dass sie zu weit gingen. Dem kann ich mich ganz und gar nicht anschließen. Für mich persönlich war Symphonic Legends das beste Konzert, dass ich jemals besucht habe, wenn man die Musik alleine betrachtet. So wie ich das sehe, haben sie bewiesen, dass Spielemusik keine Grenzen hat. Nehmen wir Metroid, das Stück ist nicht reine Musik, es ist ein lebendiges Abenteuer und wenn du zulässt, dass deine Emotionen für das Abenteuer mitgetragen werden, dann ist es unglaublich kraftvoll.
Ich besuchte auch LEGENDS in Stockholm, welches einige Änderungen hatte, insbesondere bei Metroid. Die Musik wurde eher konventionell arrangiert, aber schaffte es immer noch durch die Erzählung ein Gefühl von isoliertem Terror zu erzeugen, zusammen mit einer Mischung aus Frieden und Aggression. Ich erinnere mich, wie ich mit einer Mutter sprach, die mit ihrem Sohn dort war und ich fragte sie, wie sie es fand und sie erzählte mir, dass sie nicht nur die Musik genießen sondern auch sehen konnte, wie glücklich ihr Sohn war. Es war ein großes Ereignis für beide. Besser kann eine Kritik nicht sein, denke ich.

Mittlerweile scheinst du eine Konstante bei den Symphonic-Konzerten zu sein. Man sieht dich stets in Unterhaltungen in der Lobby der Philharmonie. Die Kölner Fans erkennen dich sogar wieder!
Ja, irgendwie habe ich es zu jeder Veranstaltung geschafft, wobei es Leute gibt, die haben zusätzlich jedes Konzert in Leipzig besucht. Dennoch verstehe ich nicht, warum mich die Leute dort kennen (lacht). Bei Odysseys kam es sechs oder sieben Mal vor, dass ich von jemandem angehalten wurde um Hände zu schütteln oder gar Fotos zu machen. Ein Kind, ich schätze ihn auf 14, kam zu mir und sagte in perfektem Englisch: „Ich lese gerne über die Konzerte, wenn du darüber schreibst!“. Alles, was ich denke ist: „Leute, warum dankt ihr mir, ich schreibe nur meine Meinung.“ Ich habe überhaupt nichts getan, wofür ich gewürdigt werden sollte.
Es ist großartig zu sehen, wie treu die Fans sind. Wobei ich selbst einer bin und es daher absolut nachvollziehen kann. Die Produktion und die Arrangements bekommen so viel Zuwendung und Gefühl und das ist deutlich spürbar. Die Leute mögen ernstgemeinte Hingabe und Leidenschaft und sowas kann man nicht fälschen.

Wie hast du Symphonic Odysseys genossen?
Es erinnerte mich etwas an Shades, aber dieses Mal war ich Zeuge wie sich jeder so gefühlt hat wie ich damals als Herr Hülsbeck geehrt wurde. So sehr ich Uematsu als Person liebe und seine Arbeit respektiere, so bin ich nie so sehr mit seiner Musik aufgewachsen, wie die meisten Fans in Köln. Die Arrangements jedoch waren eine Welt für sich und so ergreifend, dass das egal war. Ich liebte jedes Stück. Während „A Fleeting Dream“ habe ich noch nie so viele Menschen gesehen, die offen zeigten, dass sie weinten. Der Beifall allein für dieses Lied war unfassbar. Persönlich gefiel mir „Light of Silence“ [auch als „Silent Light“ bekannt, Anm.] am meisten aufgrund der wunderbaren Arbeit des Chors. Valtonen und Laine haben mit dem Lied wirklich was besonderes gemacht.

In letzter Zeit bist in mehreren Projekten involviert, aber eine Sache interessiert mich besonders, nämlich deine Beziehung zu Ryu Umemoto. Kannst du uns ein wenig über ihn erzählen und wie es dazu kam, dass ihr euch kennengelernt habt?
Ich entdeckte Umemotos Musik als ich etwa 11 war und EVE Burst Error spielte. Die Musik machte mich fertig. Seit damals versuchte ich immer auf dem Laufenden zu bleiben wer er ist. Eines Tages wurde mir der japanische Komponist und Chiptunes-Musiker Hally vorgestellt und wir begannen langsam uns E-Mails zu schreiben. Umemoto war immer darauf erpicht mehr Englisch zu lernen und sich im Westen zu etablieren. Letztendlich begannen wir mehr und mehr miteinander zu reden, hauptsächlich über Twitter, aber auch über die gewöhnlichen E-Mails wie immer und Umemotos Englisch wurde besser. Er entschloss sich nach Skandinavien zu kommen um ein neues Zuhause zu suchen und so reiste er nach Stockholm, um meinen guten Freund Mattias „Anosou“ und mich zu sehen. Die Zeit, die wir verbrachten war großartig und ich kann in Worten nicht sagen wie viel Umemoto mir und Mattias über das Leben lehrte. Er war jemand, der seine Berufung, seinen Geist, gefunden hat. Er war eine vollendete Person.
Nachdem er wieder in Japan war begannen wir uns über die Zukunft zu unterhalten und wir arbeiteten auch gemeinsam an einigen Artikeln, da es sein Wunsch war an den Artikeln zu den Spielen, für die er komponierte, mit Insider-Informationen und unveröffentlichtem Material beizutragen. Er startete auch die Arbeit an einer kleinen Firma namens Hisui zusammen mit Mattias und mir und übernahm sogar den Papierkram. Hisui gestattete das Verkaufen und Produzieren von Soundtrack-CDs und Spielmaterial in unteren Preisregionen in Schweden für die Geschäfte in Europa. Leider erkrankte er an Fieber und einer Bronchitis als er anfing seine Rückkehr zu uns zu planen und erholte sich nicht davon, so dass er seine Aprilreise stornieren musste. Im darauffolgenden Monat nahm er zu meinem Geburtstag Kontakt mit mir auf, gratulierte mir und sprach, dass er sein bestes tun würde um im August zu kommen. Das war das letzte, was ich von meinem Freund hörte. Er verstarb am 17. August mit 37 Jahren.
Alles, was er mir zugesandt hat, habe ich behalten und ich spreche oft mit seiner Witwe. Im Moment schreibe ich an einem Buch für das Kindle, das sämtliches Material übersetzt veröffentlicht. Darüber hinaus sitze ich mit Mattias zusammen an einem Tributalbum, dass den Namen Hisui trägt. Auch werde ich der Umemoto Memorial Show im August beiwohnen. Ryu Umemoto hatte zwei Wünsche, die er mir nannte. Zum einen wollte er in der Lage sein sich mit seinen englischsprechenden Fans zu unterhalten, zum anderen wollte er eines Tages ein Orchesterarrangement für eine seiner Kompositionen hören. Durch das Buch und das Tributalbum hoffe ich, dass seine englischsprechenden Fans seinen Wunsch hören und eines Tages werde ich hinbekommen, dass eines seiner Stücke von einem Orchester aufgeführt wird. Das habe ich ihm und seiner Familie versprochen.

Vor kurzem hast du zusammen mit den Merregnon Studios an ihrer ersten Show in Japan gearbeitet. Kannst du uns erläutern wie es zu der Zusammenarbeit kam?
Wie und warum ich gefragt wurde, behalte ich für mich. Aber ich wurde gefragt, ob ich einen Teil des Premium Booklets schreiben möchte, um die Symphonic-Shows in Japan mit den Orchestral Game Music-Konzerten und der Geschichte von Square Enix‘ Musik zu verbinden sowie ein Interview mit dem Team und den Komponisten. Da ich nie auch nur in die qualitative Nähe kommen werde, wie die Herren Böcker, Valtonen und Wanamo für Fantasies, so möchte ich zumindest den Leser inspirieren, so wie die Musik von Fantasies sie inspiriert. Es ist ziemlich simpel zu fragen, wie etwas komponiert wurde oder was die Inspiration für das Lied A oder as Lied B war, also ging ich auf Nummer sicher, dass alle Fragen und die Geschichte in einer Art gemacht wurden, so dass die Antwort und die Infos dem Leser das Gefühl geben er sei wichtig. Das Lesen soll nahtlos mit der Show verbunden sein. Es sind die Fans, die all das möglich machen. Ich bekam eine Menge an E-Mails von japanischen Fans und den anwesenden Komponisten, die sagten, dass sie das Gelesene sehr schätzten. Professionell betrachtet denke ich nicht, dass ich jemals wieder die Chance haben werde so etwas großes zu machen, weil für mich ist es die größte Ehre, die ich hatte, etwas für diejenigen beizutragen, die mich dazu inspirierten das zu tun was ich tue.

Zugutzerletzt, erzähl uns von deinen nächsten Projekten.
Nun, da wäre das bereits genannte Ryu Umemoto Memorial Projekt mit CD, Buch und einer Show in Japan im August. Darüber hinaus arbeite ich mit Shota Nakama an etwas, was er letztendlich nach vorne bringen wird und dann möchte ich mit einer digitalen Bücherreihe beginnen namens Forgotton Melodies, die ihren Fokus auf weniger bekannte, aber großartige Komponisten legt. Mit allen werde ich mich zusammensetzen und ihre Werke sammeln um ihre wahre Musik und Geschichte herauszubringen. Ich wurde auch gefragt, ob ich einige Shows hier und da produzieren möchte, aber wir werden sehen ob ich mich dazu hinreißen lasse.

Ich danke dir herzlich für das Gespräch heute und die tollen Infos! Möchtest du abschließend noch etwas hinzufügen?
Danke, dass ich reden durfte. Ich bin mir sicher, den Fehler machst du kein zweites Mal. Auch ein Danke an all jene, die mich kontaktierten. Ich bekam überraschend viel Feedback aus Deutschland und ich liebe es jedes Mal nach Köln zu kommen. Und denkt an mein Motto: Nehme das Leben ernst, aber niemals zu ernst. Ich werde nicht so verrückt erscheinen, wenn wir uns sehen… hoffe ich.