Wenn man an Rollenspiel und Spielemusik denkt, dann hat man in etwa im Kopf, wie die Lieder sich, je nach Ort und Begebenheit, in etwa anhören sollten bzw. sich in der Vergangenheit angehört haben. Auch actionorientierte Genres sind (meistens) einfach: temporeich muss es sein! Doch was macht man, wenn man als Komponist die Aufgabe gestellt bekommt Musik für ein Aufbauspiel zu komponieren? Dazu noch eines ohne einen festen realgeschichtlichen Hintergrund?

Jerry Martin, Verantwortlicher für den Soundtrack zu SimCity 4: Rush Hour, musste sich diese Frage nicht stellen. Zumindest nicht dieses Mal. Denn zum einen hat er nicht nur am Hauptspiel mitgearbeitet sondern schon davor an zahlreichen Sim-Projekten mitgewirkt. Und so war der Stil wohl schnell klar: Orchestraler Jazz mit stellenweisem Ethno-Einschlag. Dies galt zumindest für Herr Martin sowie Co-Komponist Andy Brick. Doch mit Edwin Dolinski, Walt Szalva und den Humble Brothers waren auch noch andere Musiker beteiligt, die eher eine elektrohaltigere Richtung fuhren.

Orchester und Elektro klingt nun nicht sonderlich wie ein Traumpaar, allerdings ist „Elektro“ nicht als „Techno“ zu verstehen sondern als „Ambient“ oder „Chillout“ und kommt so mit den Orchesterstücken auf eine Linie zusammen, nämlich jener, den Spieler nicht grob abzulenken, aber auch nicht mit belanglosem „Hintergrundsurren“ zu nerven.

Was positiv auffällt ist die Länge. Das kürzeste Stück dauert 4:47, das längste 7:36 Minuten. Ohne eine einzige Wiederholung! Man merkt deutlich den Unterschied, wenn man kurz davor Musik des „1:30 und Schleife“-Typs gehört hat. Was ebenfalls auffällt, ist die Schwierigkeit mitzusummen. Die Leitmotive sind im Grunde bei allen Liedern nicht wirklich eingängig. Das muss man nicht negativ werten. Die Kompositionen sind nicht trivial oder sagen wir „seelenlos“, sie sind durchaus komplex und man muss schon nach Stellen suchen, in denen nur ein Instrument gespielt wird (was zumindest den orchestralen Teil anbelangt).

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Der Soundtrack ist demnach nichts zum Mitwippen, passt aber umso mehr, wenn man im öffentlichen Nahverkehr sitzt und den Menschen durch die Scheibe beobachtet – und das nicht nur zur „Rush Hour“.

Herunterladen kann man die Stücke einzeln auf der offiziellen Produktseite des Verlegers Electronic Arts. Neben einem Kommentar zum Soundtrack, findet sich dort auch alles, um eine gebrannte CD stilecht auszuschmücken. Die Dateien sind im MP3-Format bei einer (leider niedrigen) Bitrate von 128 kbps.

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