Zwei Wochen sind nun nach dem Konzert Symphonic Legends vergangen und die Reaktionen darauf waren interessant. Während Presse und Fanseiten voll des Lobes waren, gab es aus den Reihen der „normalen“ Hörer einige Kritik, die nicht immer ganz klar verständlich war.

Dass die Suite zu Metroid Diskussionen auslösen würde, war nicht überraschend. Überraschend jedoch waren Stimmen beispielsweise bzgl. dem Arrangement zu Donkey Kong Countrys „Aquatic Ambiance“, dass das Original nicht rauszuhören gewesen sei. Ein Benutzer auf YouTube behauptete sogar, der Arrangeur habe keine Ahnung von Videospielen und ihm sei es nur darum gegangen die schöne Melodie möglichst zu verfremden. Das eine wie auch das andere ist natürlich Käse.

Wer wirklich Probleme hat bei dem Stück das Original rauszuhören, dem rate ich ganz simpel, sich die originale Version einfach nochmal anzuhören. Natürlich ist das Lied nicht 1:1 umgesetzt worden – und Kenner der Vorgängerkonzerte haben das auch nicht erwartet – aber die Basis ist, für meinen Geschmack, recht einfach rauszuhören.

Ein Thema war und ist natürlich auch die „Symphonic Poem“, die Tondichtung, zu The Legend of Zelda. Und selbstverständlich konnte man es auch hier nicht allen recht machen, denn jeder hat so seine eigenen Lieblingstitel innerhalb der Serie. Das ist die Krux an solch großen Projekten: So viel schöne Musik und so wenig Zeit. Dass man nicht alles unterbekommt, ist da eigentlich nur logisch.

Um das Thema aber dann von unserer Seite ruhen zu lassen, möchte ich eine abschließende Meinung veröffentlichen. Diese stammt von Tobias alias LiquidAcid, ebenfalls ein alter Veteran der Szene und einer unserer Begleiter an diesem Abend. Lasst euch von der Länge nicht abschrecken, denn was er sagt, hat Hand und Fuß und zumindest ich kann mich ruhigen Gewissens seinem Tenor anschließen. Viel Spaß und ein Dank an Tobias für den Kommentar!

Ich will ehrlich sein. Nachdem im letzten Jahr sowohl Musik der Chrono-Serie als auch von Secret of Mana gespielt wurde, konnte ich mir kein Konzert vorstellen, welches Symphonic Fantasies noch übertreffen könnte.

Aber man soll ja bekanntlich nicht alles miteinander vergleichen und letztendlich ist jedes Konzert anders und somit einzigartig. Und so auch Symphonic Legends. Ich hatte also eine recht geringe Erwartungshaltung als ich die Philharmonie betrat, bin aber dann doch sehr positiv überrascht worden.

Mein persönlicher Favorit ist die „Lylat Wars / Starwing“-Suite. Nicht verwunderlich, da ich eine starke Affinität zu Choreinlagen habe. Und der Chor hat insbesondere bei diesem Stück mit Perfektion geglänzt.

Dicht gefolgt wird die Suite von „Aquatic Ambiance“, ein Stück welches einen selbst in der Originalfassung aus dem Spiel Donkey Kong Country sofort in seinen Bann zieht. Meinen höchsten Respekt an Masashi Hamauzu, der in über fünf Minuten Laufzeit zeigt, was in diesem Track noch alles für Potential steckt.

Last but not least: Die Super Mario Galaxy-Suite. Auch wenn ich den OST des Spiels nur oberflächlich gehört hatte, so hat mich die Suite dennoch überzeugt.

Ich möchte zu dem oberen „Ranking“ gleich eines erklären: Die monumentale Zelda-Suite aus dem zweiten Teil des Konzerts läuft außer Konkurrenz. Meiner Meinung nach kann man sie nicht mit den Arrangements aus dem ersten Teil vergleichen. Sie ist und bleibt die definierende Komponente des Abends.

Des Weiteren bedeutet die Platzierung nicht, dass mir die anderen Stücke nicht zugesagt hätten. Das ist allerhöchstens bei der Metroid-Suite der Fall und dort schiebe ich es einfach mal darauf, dass mir bereits der OST keinen Spaß bereitete (wenn man ihn vom Spiel losgelöst hört; im Spiel selbst „funktioniert“ der Soundtrack perfekt).

Auch möchte ich hervorheben, dass im Vergleich zu Symphonic Fantasies der Moderator diesmal eine gute Figur gemacht hat. Auch mit Helm-Zwischenfall und der wohl schlechtesten Auswahl einer jungen Dame, um sie nach ihrer Lieblingsspielserie zu fragen – dieses Mal musste sich das Publikum keine „Unter-der-Gürtellinie“-Sprüche bzgl. russischer Models, etc. anhören. Winfried Fechner ist zwar meiner Meinung nach
immer noch die optimale Besetzung für eine Moderation, aber Ralph Erdenberger war mir dennoch sehr sympathisch und brachte die richtige Mischung aus Seriosität und Dynamik mit.

Ein paar Kritikpunkte gehen an die restlichen Konzertteilnehmer bzw. an diejenigen Personen, die das Konzert zwar ausverkauft machten, aber dann doch nicht erschienen sind. Ich hatte das unbestimmte Gefühl, dass anders als bei Symphonic Fantasies das Publikum dieses Mal nicht sonderlich diszipliniert war. Ich konnte ständig irgendwelche Leute erhaschen, die während den Stücken miteinander tuschelten, und das einige Male auch nicht sonderlich leise. Ich finde das höchst respektlos gegenüber den anderen Konzertbesuchern und insbesondere gegenüber dem Orchester, Chor, Solisten, etc. – es muss einfach nicht sein.

Dann konnte ich es absolut nicht verstehen, dass es anscheinend Leute gibt, die jede Menge Konzertkarten ordern und diese dann verfallen lassen, nachdem sie feststellen, dass anscheinend doch keine Musik aus der Final Fantasy-Reihe gespielt wird. Obwohl man sich so etwas ja bereits denken konnte: Im letzten Jahr Final Fantasy, dann wird es wohl diesmal etwas anderes geben – jedes Jahr FF rauf und runter spielen ist schließlich auch etwas eintönig.

Aber es scheint wirklich Personen zu geben, für die besteht Videospielemusik nur aus Final Fantasy und sonst nichts. Finde ich persönlich sehr schade, dass es einen derartigen „Tunnelblick“ in dieser recht jungen Szene gibt. Wo man doch immer annimmt, dass insbesondere junge Menschen offener für unbekanntes sind?!

An dieser Stelle möchte ich einen Wunsch äußern, der jedoch vermutlich nie in Erfüllung gehen wird. Ja, es geht um einen Release des vollständigen Konzertes auf CD. Die immense Arbeit, die in diesem Konzert steckt, sollte für die Nachwelt festgehalten werden. Es wäre zu schade sie in irgendeinem Archiv in Vergessenheit geraten zu lassen. Auch wenn Nintendo sich diesbezüglich querstellen wird, ich hoffe dennoch auf ein Wunder!

Alles in allem ein wundervolles Konzerterlebnis. Besonderen Dank geht an Thomas Böcker, der zum wiederholten Male ein solches Projekt ermöglicht hat. Ebenfalls vielen Dank an Jonne Valtonen und die anderen Arrangeure, die sämtliches Material liebevoll für Orchester und Chor umgesetzt haben. Und natürlich Danke an Orchester, Chor und die Solisten. Ich hoffe, dass auch in Zukunft sowohl Benyamin Nuss als auch Rony Barrak weiterhin fester Bestandteil eines jeden Symphonic-Konzerts bleiben werden.